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Hebezeuge

Mit Hebezeugen heben Sie Lasten zum Zwecke des Verladens, Transportierens oder von Reparatur- und Wartungsarbeiten an. Im Unterschied zu Hubwagen handelt es sich bei Hebezeugen nicht gleichzeitig um Transportmittel, mit denen Sie die Fracht auch verfahren können. Zu den Hebezeugen werden auch Anschlagmittel gezählt, deren Aufgabe darin besteht, die sichere Verbindung zwischen Frachtstück und eigentlichem Hebezeug herzustellen. Zu den Anschlagmitteln zählen beispielsweise Rundschlingen, Hebebänder, Magnetheber und Krangabeln. Hebezeuge im engeren Sinne, weil sie den eigentlichen Hebevorgang bewerkstelligen, sind Flaschenzug, Hebelzug, Kettenzug, Hydraulikheber, Maschinenheber und Seilzug. Auch bei einem großen Baustellenkran oder einem profanen Wagenheber handelt es sich um Hebezeuge.

Hebezeuge zum Heben und Bewegen schwerer Lasten

Die unerbittlichen Gesetze der Physik, hier in Form der Schwerkraft, erfordern beim Heben von Lasten besondere Vorsicht. Denn nach Ikarus und Newton gilt: Alles was hochsteigt, muss auch wieder herunterkommen. Die Anstrengungen, die man unter Zuhilfenahme von Hebezeug und Anschlagmittel vornimmt, dienen nicht zuletzt dem Ziel, dieses (unvermeidliche) Herunterkommen kontrolliert und schadlos zu bewerkstelligen. Sicherheit geht vor! Verantwortungsbewusste Betriebe setzen in diesem sensiblen Bereich deshalb auf Qualitätsware. Im Folgenden möchten wir Ihnen die unterschiedlichen Hebezeuge und Anschlagmittel, die hier im Shop bei Hubwagen.de erhältlich sind, kurz vorstellen.

Flaschenzug und Kettenzug

Das jahrtausendealte Konzept das Flaschenzugs vermag mit einfachen, rein mechanischen Mitteln, die zum Heben von Lasten aufzuwendende Kraft zu verringern. Obwohl es unterschiedliche Konzepte des Flaschenzugs gibt, handelt es sich bei Flaschenzügen, die als kompakte Hebezeuge für den innerbetrieblichen Transport zu kaufen sind, in der Regel um Differenzialflaschenzüge. Das verwendete Seil ist ringförmig geschlossen ("endlos") und wird über zwei unterschiedlich große Rollen geführt. Dazwischen bildet es zwei herabhängende Schlaufen aus: in einer hängt an einer weiteren, dritten Rolle der Karabinerhaken zur Lastaufnahme, an der anderen zieht der Anwender in die eine oder andere Richtung zum Heben bzw. Senken der Last. Damit der Differenzialflaschenzug funktioniert, bedarf es einer festen Verbindung zwischen Seil und Rolle, denn das Seil darf nicht über die Rollen gleiten. Deshalb kommen Ketten anstelle von Seilen zum Einsatz und bei den Rollen handelt sich um Zahnräder, deren Zahnkranz in die Kettenglieder greift (Kettenantrieb). Im Segment der Hebezeuge bezeichnen Flaschenzug und Kettenzug also meist dasselbe Gerät und werden synonym verwendet.

Hebelzug oder Ratschenzug

Der Hebelzug hingegen funktioniert ein bisschen anders. Anstelle einer herabhängenden Kettenschlaufe findet der Anwender hier einen Ratschenhebel vor, mit dem er die Kette vor- oder zurückschieben kann, um die Last zu heben bzw. zu senken. Der kraftsparende Effekt wird hier dann auch durch die Hebelübersetzung erreicht und nicht über einen Differenzialflaschenzug. Das hat nicht zuletzt zur Folge, dass Hebelzüge nicht mit einer Endloskette funktionieren sondern zwei leicht identifizierbare Kettenenden herabhängen, von denen eines den Karabinerhaken zur Lastaufnahme trägt. Die Funktionsweise eines Ratschenzugs ist daher weniger kompliziert als die eines Flaschenzugs und leuchtet auch dem Laien unmittelbar ein. Die praktische Einschränkung gegenüber Flaschenzügen besteht darin, dass der Anwender höchstens eine Armlänge vom Hebelzug entfernt sein darf, um den Hebel betätigen zu können, während ein Flaschenzug je nach Kettenlänge noch in großer Höhe an seiner herabhängenden Kettenschlaufe bedient werden kann.

Elektrische Kettenzüge

Elektrokettenzüge entfalten ihre Kraft durch einen Elektromotor, den der Anwender über ein herabhängendes Bedienpanel ansteuert. Ihr Aufbau ist zwar an den eines Differenzialflaschenzugs angelehnt, muss diesem aber nicht im Detail entsprechen, denn Kraft ist ja durch den Motor zur Genüge vorhanden. Auffälligstes Merkmal ist, neben einem größeren Gehäuse zur Beherbergung des Antriebs, eine zusätzliche Kettenaufnahme, in der die zweite Kettenschlaufe aufgefangen wird, die beim manuellen Flaschenzug dem Anwender zum Heben und Senken der Last dient und hier nicht benötigt wird. Elektrische Kettenzüge beschleunigen und erleichtern die Arbeit, sind allerdings im Einsatzort weniger flexibel, da eine Stromzufuhr von oben an den Kettenzug ermöglicht werden muss. Elektrokettenzüge eignen sich daher vor allem zur festen Installation in Werkstatt und Produktion.

Elektrische Seilzüge

Seilzüge werden nicht nur als Hebezeuge, sondern auch zum horizontalen Ziehen von Lasten verwendet. Das Prinzip ist einfach: Ein Stahlseil wird auf eine Rolle auf- bzw. von dieser abgerollt. Die Rolle wird durch den Elektromotor angetrieben. Bekannt sind elektrische Seilzüge als Abschlepphilfe, montiert an der Front von geländegängigen Einsatzfahrzeugen oder land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen. Bei Waldarbeiten und in der Holzwirtschaft können gefällte Baumstämme mithilfe von Elektroseilzügen schnell und einfach aus dem Gelände gezogen werden.

Hydraulikheber oder Stempelheber

Die beiden geläufigen Bezeichnungen für dieses kraftvolle Hebezeug, Hydraulikheber und Stempelheber, nennen beinahe schon alles, was man zu deren Funktionsweise wissen muss: Ein kompakter Stempel in einem Hydraulikzylinder, der über einen demontierbaren Handhebel betätigt wird. Gemessen an Größe und Preis sind Hydraulikheber wahre Kraftwunder und erreichen geradezu fantastische Hubkräfte von bis zu 50 Tonnen. Dafür unterliegen sie Einschränkungen in punkto Hubhöhe und Mindesthöhe, also der Höhe, die das zu hebende Objekt bereits haben muss, um den Stempelheber darunter platzieren zu können. Bauartbedingt können Hydraulikheber nur einmal ihren Stempel ausfahren, d.h. ihre maximale Hubhöhe beträgt höchstens das Doppelte ihrer Ausgangshöhe. Die meisten Stempelheber können ihren Hubstempel zwar durch Herausdrehen einer Spindel verlängern. Diese Verlängerung überträgt sich aber 1:1 auf ihre Mindesthöhe und vergrößert nicht den zurückgelegten Hubweg.

Maschinenheber oder Stahlwinden

Auch bei den Maschinenhebern fährt sich ein Stempel aus, allerdings nicht zwingend hydraulisch und zudem im Vergleich zum Stempelheber verkehrtherum: Hier befindet sich der sich ausfahrende Stempel am Boden und stemmt die Last samt Hebezeug empor. Die Lastaufnahme erfolgt seitlich über eine kleine, auskragende Klaue, die sehr niedrig montiert sein kann, weshalb der Maschinenheber im Gegensatz zum Hydraulikheber nicht vollständig unter der zu hebenden Last platziert werden muss. Bei einer Stahlwinde wird der Hub über das Aufwickeln eines Stahlseils bewerkstelligt. Durch das Aufwickeln verkürzt sich das Seil und der bewegliche Teil des Maschinenhebers samt Klaue zieht sich am Fußstempel herauf. Dementsprechend hat der Anwender hier an einer Kurbel zu drehen. Die maximale Hubhöhe des Maschinenhebers ist also an seiner Bauhöhe, der Höhe des Stempels, jederzeit abzulesen. Ein Maschinenheber kann auch hydraulisch funktionieren, dann ist anstelle der Stahlseilwinde eine Hubhydraulik mit Hebelbetätigung verbaut.

Rundschlingen und Hebebänder

Kommen wir nun zu den Anschlagmitteln. Hebebändern und Rundschlingen umranken und umschlingen die zu hebende Last, die anders nicht am Kranhaken festgemacht werden kann, also nicht über eine eigens dafür vorgesehene Öse verfügt. Dabei sollte auf die Qualität der Bänder geachtet werden. Zwar können Säuren, scharfe Kanten und Hitze bei jedem Material bleibende Schäden hinterlassen. Doch zumindest die Gefahr der Materialermüdung kann durch hochwertige Anschlagmittel eingeschränkt werden. Hebebänder sind einfache Bänder, die an beiden Enden jeweils eine Schlaufe ausbilden. Üblicher Weise wird das Band um die Fracht gelegt und beide Schlaufen am selben Kranhaken eingehängt. Doch die Anwendung bleibt natürlich flexibel für besondere Fälle. Rundschlingen hingegen sind ringförmig geschlossen, werden aber prinzipiell genauso verwendet wie Hebebänder, mit dem Unterschied, dass sie die Last stets gleich doppelt umschlingen. Hebebänder sind je nach Traglast einheitlich farbcodiert, sodass fachkundige Mitarbeiter überall sofort erkennen können, ob das Anschlagmittel dem konkreten Anwendungsfall standhält oder nicht.

Magnetheber oder Hebemagneten

Ein Magnetheber dockt an der zwingend magnetisierbar metallischen Last an und stellt an seiner Rückseite eine Öse zur Verfügung, an die der Kranhaken ansetzen kann. Ein Handhebel am Magnetheber stellt den Magnetismus an oder ab, wodurch der Hebemagnet festgemacht oder wieder gelöst werden kann. Mit einem Hebemagneten können Kranösen platziert werden, wo sie gebraucht werden und sonst keine sind, allerdings unterliegt sein Einsatzgebiet zahlreichen Einschränkungen. Zum einen muss sein Arbeitsgegenstand, wie gesagt, metallisch sein. Wobei es zu bedenken gilt, dass es auch nichtmagnetische Stahllegierungen gibt, wie z.B. die meisten Edelstähle. Zum anderen muss der Anschlagpunkt des Hebemagneten in der Lage sein, das Eigengewicht der gesamten Fracht zu tragen. Das ist meist nur bei monolithischen Objekten wie Stahlträgern und Halbzeugen der Fall, also unfertigen Bauteilen und Rohmaterial. An einem Auto z.B. würde der Versuch, es über Kranhaken und Magnetheber anzuheben, mit Sicherheit nur mit der Entfernung einzelner Blechverkleidungen enden.

Krangabeln oder Ladegabeln

Krangabeln ermöglichen es, beladene Paletten am Kranhaken zu transportieren. Dazu fahren Gabelzinken in die Aussparungen der Palette ein und eine Metallkonstruktion lenkt die Zugkraft seitlich an der Ladung vorbei, bis sie in einigem Abstand wieder zentral über die Palette schwenkt, wo sie die Öse für den Kranhaken bereithält. Damit die Krangabel unter Last nicht in Schieflage gerät und die Palette von den Zinken rutscht, muss ein Lastenausgleich bewerkstelligt werden. Das kann entweder manuell erfolgen, indem man die Position der Kranöse verstellt, oder auch automatisch über einen Federzug. In jedem Falle müssen weitere Sicherungsmaßnahmen getroffen werden, die ein Herabfallen einzelner Packstücke von der Palette verhindern (Stretchfolie, Kettennetze o.ä.), da auch der geschickteste Kranfahrer ein Schwenken der Krangabeln am Kranhaken vollständig verhindern kann.

Laufkatzen und Haspelkatzen

Eine besondere Rolle unter den Hebezeugen nehmen Laufkatzen und Kranwaagen ein, weil sie strenggenommen weder Hebezeug noch Anschlagmittel sind. Eine Laufkatze dient dem Verfahren von Flaschenzügen oder Kettenzügen entlang eines Trägerbalkens, also eines Stahlträgers mit T-Profil, an der Hallendecke. Es handelt sich lediglich um ein kleines Rollfahrwerk, an dessen Öse der Karabinerhaken des Kettenzugs eingehängt werden kann. Die Laufkatze wird am Stahlträger bewegt, indem man an der herabhängenden Last oder auch nur am Kettenzug zieht. Über einen eigenen Antrieb verfügen hingegen Haspelkatzen. Hier hängt wie beim Flaschenzug eine Kettenschlaufe herab, über die der Anwender ein Zahnrad antreibt, das wiederum die Rollen auf dem Stahlträger bewegt.

Kranwaagen zum Wiegen der Fracht am Kranhaken

Die Kranwaage schlussendlich wiegt nicht den Kran, sondern hängt am Kranhaken und wiegt die Fracht, die mit dem Kran transportiert wird. Zu diesem Zweck halten Kranwaagen ihrerseits einen Kranhaken parat, an dem dann die eigentliche Fracht eingehängt wird. Sie wird also zwischen Hebezeug und Last geschaltet, ist aber kein Anschlagmittel, da sie lediglich den Kranhaken verdoppelt. Ihre Aufgabe ist natürlich eine andere, nämlich die Ausgabe des ermittelten Gewichtswerts auf einem großen Display, das auch aus einiger Entfernung noch gut abgelesen werden kann.

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